„Arcis-Vocalisten“

Die von Professor Thomas Gropper 2005 gegründeten „Arcis-Vocalisten“ bestehen aus rund 50 Sängerinnen und Sängern, die sich regelmäßig in renommierten und ambitionierten Ensembles der bayerischen und speziell Münchner Konzertszene engagieren. Die meisten von ihnen haben eine solistische Gesangsausbildung genossen und umfangreiche Konzerterfahrung gesammelt. Die Arcis-Vocalisten proben projektbezogen jeweils auf eine Aufführungsserie hin.

Zur Aufführung gelangen hierbei vor allem große Werken der Kirchenmusik. Zu nennen sind neben Bachs Weihnachtsoratorium und der h-moll-Messe, dem Messias von Händel, Mozarts Requiem und dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms auch a-cappella-Werke wie die Johannespassion von Schütz, Rheinbergers Es-Dur-Messe für 8-stimmigen Chor und Frank Martins doppelchörige Messe.

Aber auch weltliche Werke werden zu Gehör gebracht; so gelang es dem Ensemble, das Publikum bei der Darbietung von Carl Orffs Carmina Burana – sei es im Brunnenhof der Münchener Residenz oder auf dem Theaterplatz in Lindau – mittels „unglaublicher Prägnanz und Gestaltungskraft“ (Lindauer Zeitung) zu begeistern und mitzureißen.

Das Ensemble ist gefragter Gast bei Festivals und Konzertreihen – die Arcis-Vocalisten gastierten u.a. bei den Sommerkonzerten zwischen Inn und Salzach, den Marienroder Klosterkonzerten, den Bad Hersfelder Festspielkonzerten, dem Bodenseefestival, den Europäischen Wochen Passau, den Münchner Residenzkonzerten sowie den Münchner Brunnenhofkonzerten.

Besonders hervorzuhebende Stationen in der Geschichte der Arcis-Vocalisten waren neben einer Reihe von Aufführungen des "Messias" von Händel unter dem Leiter der Bach-Tage Bad Hersfeld, Prof. Siegfried Heinrich, in Bad Hersfeld, Bensheim, Kassel, Frankfurt/Main und Weimar in der Osterwoche 2007 beispielsweise eine Produktion von Purcells "Dido und Aeneas" gemeinsam mit dem Barockballett "La danza" sowie die Einspielung des Chorparts der Musik für die Olympiakür der Dressurreiterin Isabelle Werth in 2008. Ein für Sänger und Publikum besonders prägender, begeisternder und berührender Höhepunkt war die szenische Aufführung der Bachschen "Johannespassion" in der Himmelfahrtskirche München im November 2009 unter der Regie von Dieter Reuscher.

Im Jahr 2010 gelang es dem Ensemble, mittels einer CD-Produktion in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk Aufnahmen zweier Kantaten Johann Sebastian Bachs zu schaffen („Himmelskönig, sei willkommen“ – BWV 182 – und „Aus der Tiefen“, BWV 131), die sich durch besondere Transparenz und filigrane musikalische Gestaltung auszeichnen. Sie sind unter dem Label OehmsClassics als CD erschienen.

Das Jahr 2011 brachte mit einer Serie von Aufführungen der Bach´schen Matthäus-Passion gemeinsam mit der Neuen Philharmonie München einen weiteren Höhepunkt im musikalischen Wirken der Arcis-Vocalisten mit sich. Neben einer Aufführung dieses wohl gewaltigsten Werks der Musikgeschichte im Herkulessaal der Münchner Residenz bewegte und begeisterte das Ensemble unter anderem bei zwei Darbietungen der „Großen Passion“ in Rouen/Normandie das Publikum. Die Süddeutsche Zeitung hob anlässlich der Münchner Aufführung den „großen Fundus feinsinniger Ausdrucksmöglichkeiten“ hervor, über den die Arcis-Vocalisten verfügen – „stets verbunden mit einer präzisen Diktion und erzählerischen wie musikalischen Homogenität“.

Die im November 2011 in der Münchner Himmelfahrtskirche aufgeführte szenische Inszenierung von Claudio Monteverdis „L‘ Orfeo“ stellte einen erneuten Höhepunkt in der Geschichte der Arcis Vocalisten dar. Gemeinsam mit dem Ensemble für Alte Musik „l´arpa festante“ und dem renommierten Bariton Franz Schlecht in der Titelrolle gelang dem Ensemble unter der Leitung von Thomas Gropper eine eindrucksvolle Darbietung, welche die Süddeutsche Zeitung als „großartige Aufführung (…) von enormer Wirkung“ und als „phantastische Umsetzung“ der Musik des frühbarocken Meisters würdigte. Maßgeblichen Anteil an dem denkwürdigen Eindruck, den die beiden Aufführungen des „Orfeo“ hinterließen, hatte wiederum Regisseur Dieter Reuscher, dessen Regie bereits die szenische Inszenierung der Johannespassion zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht hatte.